Dipl. Ing. Manfred Johr
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  WR-Serie "Geschichte(n) aus Unna" Manfred Johr: Könnerhände an Spulen und Motoren

Unna, 26.11.2010, Ingo Schmidt

Bei der Firma Johr in Unna werden u.a. Eletromotoren und Magnetspulen repariert und vertrieben (im Bild: Inhaber Manfred Johr (Mitte/grüner Pullover) mit seinem Team und Mutter Ilse (ganz links).

Unna. Als Ilse Johr am 1. Oktober 1920 auf die Welt kam, stand die Gründung von "Elektro Johr", heute im Industriegebiet West beheimatet, kurz bevor. Im Laufe der 90-jährigen Geschichte wurde der Betrieb aber nicht nur ein-, sondern gleich zweimal gegründet. Dazwischen liegen der Bau der Berliner Mauer und eine nächtliche Flucht in den Westen.

Inzwischen leitet Manfred Johr das Unternehmen seit 39 Jahren. Großvater Otto hatte es im Dezember 1920 in Rathenow bei Brandenburg gegründet, Vater Heinz übernahm es 1948 gemeinsam mit seiner Frau Ilse. 1961 dann die Flucht, an die sich Manfred Johr, damals 13 Jahre alt, noch genau erinnern kann: "Wir hatten die Nachrichten gehört, in denen der Bau der Mauer angekündigt wurde", erzählt der heute 63-Jährige. "Wir haben sofort beschlossen, in den Westen zu flüchten." Zwei Stunden vor Baubeginn hatten die Johrs den Osten per Bahn über Berlin verlassen - und ein Unternehmen zurücklassen müssen.

Im Westen arbeitete Heinz Johr zunächst einige Monate als Meister, bevor er eine kleine Räumlichkeit für die Existenzgründung in Unna anmietete. Schon damals lag der Schwerpunkt der Tätigkeiten auf der Reparatur von Elektromotoren und -pumpen. "Ich war der erste Lehrling meines Vaters", beschreibt Manfred Johr seine ersten Schritte in die Fußstapfen des Vaters. Eine weise Entscheidung, denn "mein Vater wurde krank und ich übernahm den Betrieb 1971", sagt Johr.

Heute, 90 Jahre nach der Gründung, beschäftigt er fünf Festangestellte, einige Aushilfen und einen Auszubildenden. Die meisten Arbeiter sind der Firma Johr seit vielen Jahren treu. Im Laufe der Zeit hat sich auch das Leistungsspektrum des Unternehmens erweitert: Neben dem Vertrieb und der Reparatur von Elektrowerkzeugen und Montagearbeiten wie der Reparatur, Wartung und Pflege von Betriebsmotoren ist auch eine Spulenwickelei für Magnetspulen in den Betrieb eingegliedert worden. Von handlichen Spulen, die in ganz Deutschland vertrieben werden, bis zur 80 Kilogramm schweren Magnetspule für die Bohrindustrie, etwa in Russland, reicht die Produktion.
"Die Isoliermaterialien sind besser geworden, die Motoren halten viel länger", nennt Manfred Johr die wichtigste Entwicklung seit 1971. "Gehen sie doch einmal kaputt, sind das sehr eilige Aufträge", weiß Johr, "denn es bedeutet einen teuren Stillstand, wenn etwa ein Kranmotor den Dienst versagt. Manchmal ist es schwierig, an ältere Ersatzteile zu kommen", sagt der Inhaber, "dann müssen wir diese eben reparieren oder neue Geräte empfehlen." Große Probleme bereitete das Jahr 2009. "In der Krise ist kaum etwas kaputtgegangen, weil die Industrie still stand." Nun kann Johr den Blick wieder zuversichtlich in die Zukunft richten.